Kistenpass (GL/GR) - 2 Tage-Tour

2729 m.ü.M.

Route Beschreibung Höhenprofil GPS-Tracks Fotos


Start: Chalchtrittli 1860 m.ü.M.
Route: Muttseehütte 2501 m.ü.M.
Kistenpass 2729 m.ü.M.
Ziel: Brigels 1278 m.ü.M.
Höhenmeter: auf 1270 m (gemäss GPS)
ab 1862 m (gemäss GPS)
Länge: 18.770 km
1. Tag: (Gehzeit ca. 2.5 Std.)
Tierfehd - Chalchtrittli - Muttseehütte  
2. Tag: (Gehzeit ca. 5 Std.)
Muttseehütte - Kistenpass - Rubi Sura - Rubi Sut - Brigels
Anfahrt: ACHTUNG: keine Rundtour! Anreise mit der Bahn ist von Vorteil!

Keine ÖV von Linthal nach Tierfehd!
Von Zürich Autobahn A3 Richtung Sargans. Ausfahrt Näfels. Über Glarus nach Linthal. Ev. weiter nach Tierfehd.

Von Linthal nach Tierfehd muss der Rufbus Linthal genommen werden:
Gisler Transporte, Herr Sepp Gisler, Restaurant Hütten, Auen, 8783 Linthal Tel. 055 643 18 91 oder 079 418 45 92 (Am besten schon im voraus Anmelden)

Bei der Planung der Anreise sollte unbedingt auf den Fahrplan der Luftseilbahn Rücksicht genommen werden, da dies lediglich 4x pro Tag fährt!
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Route:


Routenverlauf: Tierfehd - Chalchtrittli - Muttseehütte - Kistenpass - Rubi Sura - Rubi Sut - Brigels

Routenverlauf: Tierfehd - Chalchtrittli - Muttseehütte - Kistenpass - Rubi Sura - Rubi Sut - Brigels



Routenverlauf: Tierfehd - Chalchtrittli - Muttseehütte - Kistenpass - Rubi Sura - Rubi Sut - Brigels

Routenverlauf: Tierfehd - Chalchtrittli - Muttseehütte - Kistenpass - Rubi Sura - Rubi Sut - Brigels
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Beschreibung:



1. Tag

Tödi (3614 m.ü.M.)

Tödi (3614 m.ü.M.)

Von Tierfehd nehmen wir die Luftseilbahn der Kraftwerke Linth-Limmern AG. Mit ihr überwinden wir die ersten 1000 Höhenmeter mühelos in 10 Minuten. Man sollte aber unbedingt auf den Fahrplan achten. Die Bahn fährt nur gerade vier Mal pro Tag. Informationen findet man dazu im Internet. Während der Fahrt hat man einen tollen Ausblick hinunter auf Tierfehd, hinüber nach Altenoren und zum Urnerboden.

 

Von der Bergstation aus gibt es zwei Möglichkeiten die Muttseehütte zu erreichen. Die eine führt durch einen 3 km langen ebenen Stollen direkt hinüber zum Limmerenstausee. Und von dort steil hinauf zur Muttseehütte. Für diese Variante müssen ca. 3 Stunden Marschzeit gerechnet werden. Davon rund 50 Minuten im Stollen. Für nicht schwindelfreie Berggänger ist dies die richtige Variante.


Weg zum Chalchtrittli hoch

Weg zum Chalchtrittli hoch

Wir nehmen die andere Variante über das Chalchtrittli und das Muttenwändli hinauf zur Muttseehütte. Für diese Route sollte man einigermassen schwindelfrei und trittsicher sein. Es muss etwa mit 2½ Stunden Marschzeit gerechnet werden.

 

Zuerst folgt der Weg quer zu einem steilen Hang. Danach in unzähligen Spitzkehren hinauf zum Chalchtrittli. Dies ist der erste etwas ausgesetzte Abschnitt an diesem ersten Tag der Tour. Wir haben aber einen atemberaubenden Blick ins Tal hinunter und rüber nach Altenoren, was natürlich Erinnerungen an unsere Tour vor einigen Wochen in die Claridenhütte wach ruft. Damals hatten wir immer wieder an diesen Hang hinüber geschaut, und uns vorgenommen diese Tour auch einmal zu machen.


Talkessel Nüschen

Talkessel Nüschen

Nach dem Chalchtrittli wird es etwas flacher und wir kommen über Grasshänge langsam in den Talkessel Nüschen. Hier stösst der Weg von der Baumgarten-Alp dazu. Von da kommt, wer direkt von Tierfehd oder Linthal aufsteigen würde. Vor uns liegt der imposante Nüschenstock. Hier im Talkessel machen wir eine Rast und geniessen die Sonne und das Mittagessen. Wir bestaunen die 150 - 200 Meter hohe Felswand welche die rechte Seite des Talkessels bildet.


Nüschenstock (2893 m.ü.M.)

Nüschenstock (2893 m.ü.M.)

Oben an dieser Wand verläuft unser Weg entlang dem Muttenwändli. Wir können dort oben während dem Essen andere Bergsteiger beobachten. Es sieht so aus als würden sie direkt auf der Kante der Wand laufen. Wir wissen auch, dass dort oben die heikelsten Stellen des heutigen Tages folgen werden, und sind entsprechend gespannt wie es da oben tatsächlich aussehen wird.


Blick das Couloir hinunter

Blick das Couloir hinunter

Die heiklen Stellen befinden sich am Ende dieses Abschnittes in Form von zwei sehr abschüssigen Couloirs die durchquert werden müssen. Diese können aber umgangen werden. Es gibt kurz vorher eine Abzweigung bei der man links den Hang hoch kann. Es müssen dazu etwa 20 Höhenmeter mehr bewältigt werden. Dafür ist der Weg unproblematisch.

 

Wir wählen jedoch die Querung der Couloirs. Hier ist der Weg gerade mal so Breit wie ein Trampelpfad und verläuft entlang sehr steiler Abhänge. Aus dem Tiefpunkt der Couloirs besteht ein atemberaubender Blick in die Tiefe. Beide Couloirs folgen direkt hinter einander und sind recht schnell gequert. Diese Stelle erschien uns wesentlich unproblematischer als wir sie uns aufgrund von Vorinformationen vorgestellt hatten. Und sie ist unbestritten ein Erlebnis auf dieser Tour. Wer einigermassen Schwindelfrei und Trittsicher ist, wird die Stelle mit etwas Konzentration problemlos bewältigen können. Für die Anderen besteht wie oben erwähnt die Möglichkeit sie zu Umgehen.


Limmerenstausee und Kistenstöckli (2745.6 m.ü.M.)

Limmerenstausee und Kistenstöckli (2745.6 m.ü.M.)

Direkt nach den Couloirs öffnet sich nun endlich der Blick steil hinunter auf den Limmerenstausee und an dessen Ende auf die absolut markante Silhouette des Kistenstöcklis. Gleichzeitig haben wir damit für diesen Tag den höchsten Punkt von 2550 m.ü.M. erreicht. Und kurz nach diesem Punkt öffnet sich jetzt vor uns der weite Talkessel mit dem Muttsee und die Hütte kommt in weniger als 1 km Entfernung in Sicht. Mühelos erreichen wir sie mit leichtem Abstieg.

 

Für diese erste Etappe reichte es vollkommen aus, wenn man die Luftseilbahn im späteren Vormittag nimmt. Bei der Hütte hat man dann immer noch genügende Zeit die Aussicht und Sonne zu geniessen.



Hütte

Muttseehütte (2501 m.ü.M.)

Muttseehütte (2501 m.ü.M.)

Wer mag, kann nach erreichen der Muttseehütte noch eine Entdeckungstour durch den Talkessel um den Muttsee machen, oder sogar ein Bad in einem der Zahlreichen Tümpel wagen. Das ganze Gelände hinter der Hütte ist recht Problemlos, und ermöglicht es Kindern auch sich noch etwas auszutoben. Die Hütte selber ist komfortabel ausgebaut, besitzt aber keinen Winterraum. Das bedeutet man sollte darauf achten, dass sie bewartet ist. Wir hatten das Pech, dass die Bewartung dieses Jahr ausnahmsweise frühzeitig, gerade auf unsere Tour hin beendet worden war. Wir arrangierten uns mit der Situation und haben den Abend und die Nacht trotzdem genossen. Ausser uns übernachtet nur noch ein Pärchen in der Hütte, und so hatten wir einen ganzen Schlafraum für uns alleine.

 

Da in der Nacht ein starker Wind an der Hütte rüttelte bin ich um 1:30 Uhr nach draussen gegangen um das Wetter zu kontrollieren. Es war absolut klar, und dank Leermond spannte sich über uns ein absolut einmaliger und atemberaubender Sternenhimmel aus.



2. Tag

Tödi (3614 m.ü.M.) in der Morgensonne

Tödi (3614 m.ü.M.) in der Morgensonne

Wie geplant standen wir nach 6 Uhr auf. Draussen war es sehr kalt aber immer noch absolut klar. Vom Vorderrheintal her schwappten um das Kistenstöckli einige Nebelschwaden rüber, und der Wind, der in der zweiten Nachthälft aufgehört hatte begann allmählich wieder zu blasen. Tabea entdeckte auf dem Rücken über den wir am Tag zuvor gekommen waren ein Rudel von 20 bis 30 Gämsen.

 

Wir machten Frühstück, packten unsere Rucksäcke und machten in der Hütte wieder Ordnung. Das dauerte etwas länger als geplant, so dass wir erst um 8 Uhr aufbrachen. An den Berghängen standen die ersten Sonnenstrahlen. Die Hütte selber hatte aber noch keine Sonne abbekommen. Unterdessen blies ein eiskalter und starker Wind durch das Tal, so dass wir schon bald für unsere warmen Sachen dankbar waren. Dieses Mal haben wir sie nicht vergebens mitgeschleppt.

 

Von der Muttseehütte führt der Weg zuerst noch einmal gegen 120 Meter in die Tiefe. Ist man dann nach ca. 20 Minuten am Fusse des Muttenstocks angelangt beginnt der etwa einstündige Aufstieg Richtung Kistenpasshütte. Der Weg verläuft unterhalb der Muttenberge über abschüssige Schutthänge. Insgesamt müssen so langsam um die 270 Höhenmeter überwunden werden, bis man sich direkt über der Felswand befindet, in die die Kistenpasshütte reingebaut ist.


Kistenpasshütte (2714 m.ü.M.)

Kistenpasshütte (2714 m.ü.M.)

1½ Stunden nach Abmarsch haben wir die Kistenpasshütte erreicht. Der kalte Wind und die stärker werdenden Nebelfezen haben uns zu schaffen gemacht. Vor allem wenn wir zur Muttseehütte zurück blickten. Diese stand unterdessen in praller Sonne. Wir hatten kaum gerastet. Kaum sind wir angekommen, sehen wir von der anderen Seite eine grössere Gruppe mit Lamas auf uns zukommen. Sie erreichen uns kurz nachdem wir selber angekommen sind. Sie kommen von der Bifertenhütte und haben ihr Tagesziel bereits erreicht. Sie werden später zur Alp Quader absteigen. Jetzt wollten wir aber doch kurz zur Kistenpasshütte runtersteigen. Es gibt da eine gute Metaltreppe durch die Felswand runter. Wieder einmal herrscht ein spektakulärer Blick steil zum Limmerenstausee hinunter. Die Hütte selber ist geschlossen. Sie liegt wirklich direkt in der Felswand. Auf das WC führen Holzstege. Das bei Nacht muss ein kleines Abenteuer sein. Lange halten wir es aber nicht aus. Es ist uns einfach zu kalt, und mit dem Trecking sind plötzlich überall zu viele Leute und Tiere. So brechen wir schon bald Richtung Passhöhe – die tiefer liegt – auf. Ab jetzt wird nur noch Abgestiegen. Wir haben den höchsten Punkt der Tour überschritten.

 

Kurz vor der Passhöhe des Kistenpasses werfen wir noch einen letzten Blick zurück auf die Muttseehütte und den Limmerenstausee. Ungefähr ¼ Stunde nach der Kistenpasshütte erreichen wir die Passhöhe. Von hier aus gäbe es die erste von insgesamt drei Möglichkeiten um rechts Richtung Bifertenhütte zu marschieren. Unsere Route wird uns jedoch rund 800 Meter neben der Hütte durchführen. Der Wind lässt hier immer mehr nach, wird jedoch noch den ganzen Tag bis Brigels runter immer wieder ein wenig vorhanden sein.


Kistenstöckli (2745.6 m.ü.M.)

Kistenstöckli (2745.6 m.ü.M.)

Etwa auf der Höhe der Bifertenhütte, die wir jetzt rechts drüben gut sehen können, bricht das Wetter auf, und die Sonne drückt durch. Wir geniessen die Wärme, und den sich auftuenden Anblick in das Val Frisal, und die eindrücklichen Gipfel die es einfassen. Piz Dado, Piz Dadens, Piz Tumpiv, die Brigelserhörner mit Cavistrau Pign und Cavistrau Grond, Crap Grond, Piz Frisal und der Bifertenstock. Und über der Bifertenhütte unverkennbar das Kistenstöckli.

 

Unter dem Piz d’Artgas durch erreichen wir langsam Rubin Sura. Hier machen wir unseren Mittagsrast und geniessen die Sonne. Bis wir wieder abmarschieren können wir beobachten wie langsam auch die letzen Wolken um die höchsten Gipfel auflösen und sie in der Sonne prächtig vor uns stehen. Von Rubin Sura aus könnte man jetzt dem Alphang entlang bis zur Alp Quader folgen, um dann über die geteerte Alpstarasse nach Brigels abzusteigen. Es soll auch ein Alpentaxi geben, dass einen in der Alp Quader abholen würde.


Oberhalb von Rubin Sut

Oberhalb von Rubin Sut

Wir wählen nach der Mittagspause die andere Variante und beginnen mit dem Abstieg ins Val Frisal hinunter. Dies ist die letzte steile Stufe die wir auf unserer Tour überwinden müssen. Teilweise über steile Alpweiden, teilweise in einem Couloir führt uns ein gut erkennbarer Pfad problemlos hinunter nach Rubin Sut. Wir geniessen dabei die Sonne, die uns am Morgen so im Stich gelassen hatte, aus vollen Zügen. Für die knapp 550 Höhenmeter benötigen wir eine knappe Stunde.

 

Wir haben es nicht eilig. Sind in unserem Zeitplan ca. eine Stunde voraus. So geniessen wir den letzen Abschnitt durch das Val Frisal hinunter nach Brigels. Wir Marschieren dem herrlichen Bergbach Flem entlang. Die Talflanke ist von einem dichten und uralten Wald aus mächtigen Tannen besetzt. Wir folgen dem gut ausgebauten Weg, während sich die Vegetation zusehends wandelt. Welch ein Unterschied zu der kargen wilden Welt oben auf dem Kistenpass. So erreichen wir Brigels, wo wir einen Kaffe Melange und ein Stück Tort da Nuse (Bündner Nusstorte) geniessen – das heisst nur ich, die Frauen lieber einen Coup wasweisichwasauchimmer…

 

Danach treten wir befriedigt mit dem Postauto die 3½ stündige Rückreise an.



Dieter Bosli / 30.09.2006

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Höhenprofil:

Höhenprofil: Tierfehd - Chalchtrittli - Muttseehütte - Kistenpass - Rubi Sura - Rubi Sut - Brigels

Höhenprofil: Tierfehd - Chalchtrittli - Muttseehütte - Kistenpass - Rubi Sura - Rubi Sut - Brigels (Überhöhung: 2.0)



Höhenprofil: Tierfehd - Chalchtrittli - Muttsehütte

Höhenprofil: Tierfehd - Chalchtrittli - Muttsehütte (Überhöhung: 2.0)



Höhenprofil: Muttseehütte - Kistenpass - Rubi Sura - Rubi Sut - Brigels

Höhenprofil: Muttseehütte - Kistenpass - Rubi Sura - Rubi Sut - Brigels (Überhöhung: 2.0)


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Download GPS-Tracks:

Die Tracks werden im GPX-Format (.gpx) oder als Overlay für SwissMap 25 v3 (.xol) geliefert und enthalten neben den eigentlichen Track-Daten noch einige Wegpunkte zur Tour.

Die Daten sind als ZIP-Datei komprimiert.

Grosse Tracks: max. 500 Waypoints/Track
Kleine Tracks: max. 250 Waypoints/Track
Grosse Tracks: GPX XOL
Kleine Tracks: GPX XOL


Die GPS-Tracks dürfen frei verwendet, aber nicht selber veröffentlicht werden. Es wird jede Haftung im Zusammenhang mit der Verwendung der GPS-Tracks abgelehnt.

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In Vorbereitung...

- Claridenhütte

- Spitzmeilenhütte (Schneeschuhtour)

- Wissenberge (Schneeschuhtour)

- Wintertracks zur Leglerhütte (Schneeschuhtour)



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